Kalkablagerungen im Warmwasserkreis: Kosten und Entkalkung
Kalk im Warmwasserkreis ist ein unterschätzter Kostentreiber. Wer hartes Wasser hat, kennt die weißen Ränder an Armaturen und den Belag im Wasserkocher. Im Durchlauferhitzer und in der Warmwasserleitung wirkt sich das jedoch viel drastischer aus. Schon eine Kalkschicht von einem Millimeter auf der Heizwendel kann den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent erhöhen, weil die Wärme schlechter an das Wasser abgegeben wird. Die Heizwendel arbeitet dann länger und heißer, bis die eingestellte Auslauftemperatur erreicht ist. Das kostet Strom oder Gas, ohne dass der Bewohner einen höheren Komfort bemerkt.
Die Ablagerungen wachsen langsam und gleichmäßig. Zunächst steigt der Verbrauch kaum messbar, nach zwei bis drei Jahren macht sich der Unterschied in der Jahresabrechnung deutlich bemerkbar. Gleichzeitig sinkt der Durchfluss: Der Wasserstrahl wird schmaler, die Warmwassermenge reicht beim Duschen nicht mehr aus. In manchen Fällen schaltet der Durchlauferhitzer sogar ab, weil die Temperaturüberwachung anspricht. Wer Mietwohnungen besitzt oder selbst zur Miete wohnt, findet bei Durchlauferhitzer und hartem Wasser praktische Hinweise, welche Maßnahmen Bewohner selbst ergreifen können und wann der Vermieter zuständig ist.
Ein Entkalkungsgerät lohnt sich nicht in jedem Fall. Bei einer Wasserhärte unter 14 Grad dH reicht es meist, den Durchlauferhitzer alle zwei Jahre zu warten und die Heizwendel mechanisch oder mit Zitronensäure zu reinigen. Ab 14 Grad dH, besonders in Regionen mit 18 bis 25 Grad dH, amortisiert sich eine Enthärtungsanlage dagegen oft innerhalb weniger Jahre. Sie schützt nicht nur den Warmwasserkreis, sondern auch Waschmaschine, Geschirrspüler und Boiler. Vor dem Kauf sollte man den tatsächlichen Härtegrad beim Wasserversorger erfragen, statt sich auf Schätzwerte zu verlassen.
Entscheidend ist die Kombination aus Wasserhärte, Warmwasserverbrauch und Alter der Anlage. Eine zentrale Enthärtungsanlage kostet zwischen 800 und 2000 Euro plus Installation und Wartung. Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit hohem Verbrauch und sehr hartem Wasser rechnet sich das häufig. Bei geringem Verbrauch oder weichem Wasser genügt eine regelmäßige Entkalkung. Wer die Investition scheut, kann zunächst den Durchfluss und die Stromrechnung beobachten. Steigen beide Werte über zwei Jahre deutlich, ist der Kalk im System angekommen.