Rosen im Sommer schneiden: Einmalblüher und Öfterblüher
Der Sommerschnitt von Rosen ist keine einheitliche Aufgabe. Wer einfach drauflosschneidet, riskiert, dass bestimmte Sorten im Folgejahr gar nicht oder nur spärlich blühen. Der entscheidende Unterschied liegt im Blühverhalten: Einmalblühende Rosen bilden ihre Knospen bereits im Vorjahr an den Trieben, die den Winter überdauern. Öfterblühende Sorten dagegen legen neue Blütenknospen laufend während der Saison an und können nach einem Rückschnitt erneut austreiben. Aus diesem Grund unterscheiden sich Zeitpunkt, Schnitttiefe und Zielsetzung erheblich.
Bei einmalblühenden Rosen – dazu zählen viele historische Sorten, Wildrosen und Rambler – beschränkt sich der Schnitt im Sommer auf das Entfernen abgeblühter Blütenstände und kranker Triebe. Ein starker Rückschnitt würde die Anlage neuer Blüten für das nächste Jahr zerstören. Wer unsicher ist, wo genau die Schere angesetzt werden muss, findet unter verblühte Rosen ausputzen eine genaue Anleitung mit Schnittstellen am Trieb. Wichtig ist, den Schnitt oberhalb eines kräftigen Auges zu führen, das in die gewünschte Wuchsrichtung zeigt. Ein zu tiefer Ansatz schwächt die Pflanze, ein zu flacher hinterlässt einen Stummel, der leicht zurückstirbt.
Öfterblühende Rosen – Beetrosen, Edelrosen, viele Strauchrosen – profitieren von einem konsequenten Sommerschnitt. Nach der ersten Blütewelle werden die abgeblühten Triebe bis auf zwei bis drei Augen zurückgenommen. Das regt die Pflanze zu einem kräftigen Neuaustrieb an, der innerhalb weniger Wochen erneut Knospen trägt. Je nach Sorte und Witterung sind zwei bis drei solcher Durchgänge pro Saison möglich. Ein zusätzlicher Auslichtungsschnitt im Sommer entfernt schwache, nach innen wachsende Triebe und verbessert die Luftzirkulation, was pilzlichen Erkrankungen vorbeugt.
Ein häufiger Fehler besteht darin, beide Gruppen gleich zu behandeln. Einmalblüher, die im Sommer stark zurückgeschnitten werden, treiben zwar oft noch vegetativ aus, bilden aber im nächsten Jahr kaum Blüten. Öfterblüher, die nur oberflächlich ausgeputzt werden, verlieren dagegen an Blühfreude und vergreisen schneller. Wer den Unterschied kennt und die Schere entsprechend ansetzt, erhält über Jahre hinweg gesunde Pflanzen mit reicher Blüte. Der Sommerschnitt ist damit weniger eine Frage des Kalenders als eine Frage des Sortentyps.